Misshandlung älterer Menschen
Misshandlung älterer Menschen ist nicht immer offensichtlich. Bei der Misshandlung älterer Menschen tut jemand etwas, wodurch die ältere Person leidet.
Unter Misshandlung einer älteren Person versteht man: „Jede Handlung oder Unterlassung seitens aller Personen, die in einer persönlichen oder beruflichen Beziehung zu der älteren Person stehen, wodurch die ältere Person (wiederholt) körperlichen und/oder psychischen und/oder materiellen Schaden erleidet oder voraussichtlich erleiden wird, und wobei seitens der älteren Person eine Form der teilweisen oder vollständigen Abhängigkeit vorliegt.“
Körperliche Misshandlung ist am bekanntesten, wie zum Beispiel Schläge und Tritte. Bei älteren Menschen kommt jedoch finanzieller Missbrauch am häufigsten vor. Dabei nutzen andere ohne Erlaubnis Geld oder Gegenstände des älteren Menschen. Oft besteht in der Beziehung zueinander eine Abhängigkeit. Mit zunehmendem Alter verändert sich das Gleichgewicht in dem System, zu dem wir gehören. Gerade wenn Abhängigkeit eine Rolle spielt, hat dies Auswirkungen auf alle Beteiligten.
Aber auch psychische Misshandlung, wie Beschimpfungen oder Androhung von Gewalt, sowie sexuelle Misshandlung kommen vor. Bei Vernachlässigung wird der ältere Mensch nicht angemessen versorgt oder erhält zu wenig zu essen. Auch das sind Formen der Misshandlung älterer Menschen. Es kommt überall vor: unter theoretisch und praktisch ausgebildeten Menschen, bei Einwanderern und Einheimischen sowie in verschiedenen Wohlstandsschichten. Alle Formen häuslicher Gewalt sind strafbar, immer!
Leider geht es selten bis gar nicht von selbst vorbei. Je länger es dauert, desto schwieriger ist es, damit aufzuhören. Haben Sie das Gefühl, dass etwas nicht stimmt, und machen Sie sich Sorgen? Behalten Sie das nicht für sich! Sie können etwas dagegen tun, indem Sie darüber sprechen oder um Rat fragen.
Weitere Informationen finden Sie auf den Websites von„Ich vermute häusliche Gewalt in meinem Umfeld“ und„Veilig Thuis“.
Aus den Fugen geratene informelle Pflege
Informelle Pflege ist freiwillige Pflege, die meist von einem Angehörigen geleistet wird, oft aus Liebe und Zuneigung. So gut die Absichten auch sein mögen: Wenn informelle Pflegekräfte die Pflege ihrer Angehörigen nicht mehr bewältigen können, laufen sie Gefahr, in Verhaltensweisen zu verfallen, die sie selbst lieber vermeiden würden. Zum Beispiel versehentlich zu viel oder falsche Medikamente zu verabreichen oder die betroffene Person im Bett festzuschnallen. Misshandlung älterer Menschen ist oft die Folge von anhaltendem Druck auf die Pflege und damit einer Überlastung des pflegenden Angehörigen. Bitte beachten Sie: Auch vorsätzliche Misshandlung kommt in diesem Zusammenhang vor.
Interaktive Darstellung zum Thema Misshandlung älterer Menschen
Mit zunehmendem Alter verändert sich das Gleichgewicht in dem System, zu dem wir gehören. Insbesondere wenn Abhängigkeit eine Rolle spielt, hat dies Auswirkungen auf alle Beteiligten: den älteren Menschen selbst, den Partner, (Enkel-)Kinder und das (berufliche) Netzwerk! Dieser Prozess ist heikel und kann zu einer Form der Misshandlung älterer Menschen führen. Dazu gehören nicht nur körperliche oder psychische Misshandlung, sondern auch Vernachlässigung, finanzielle Ausbeutung und sexueller Missbrauch.
Es kommt überall vor: im privaten Umfeld (durch Partner, Familie oder Freunde), aber auch in Pflegeeinrichtungen (durch Fachkräfte) sowie in allen Bevölkerungsschichten. Unter anderem dadurch, dass Menschen länger zu Hause leben, wird die Pflege immer anspruchsvoller, was die Beziehungen innerhalb der Familie oder des sozialen Netzwerks belastet.
Sie stehen in Kontakt mit (schutzbedürftigen) älteren Menschen, die (länger) zu Hause leben. Gerade Ihr aufmerksamer Blick kann für sie den Unterschied ausmachen! Die Realität sieht jedoch so aus, dass das Erkennen besorgniserregender Situationen im Zusammenhang mit möglicher Misshandlung älterer Menschen bei den meisten von uns Widerstände hervorruft. Es ist eine menschliche Reaktion, sich von der Situation abzuwenden oder sich unüberlegt darauf einzulassen. Wir haben mithilfe einer interaktiven Darstellung Anhaltspunkte geboten, wie man damit umgehen kann. Sprechen Sie darüber und hören Sie zu, hören Sie einander zu!